„Der Mord an Burak hat nicht nur Bedeutung für die Eltern und die Geschwister und Buraks Freunde. Er hat auch Bedeutung für die gesamte Bevölkerung Neuköllns und Berlins“, schreiben die Anwälte der Familie Bektaş in ihrer Pressemitteilung zum Jahrestages des Mordes. Ein anderes Motiv als Rassismus ist nicht ersichtlich. Diese Feststellung hat bis heute ihre Gültigkeit nicht verloren. Der Täter ist immer noch nicht gefunden.
Nachdem ihr Vorgänger bereits mehrfach laut darüber nachgedacht hat, will nun auch die neue Innensenatorin ein Verbot des Quds-Marsches prüfen lassen. Bessere Chancen als in den letzten Jahren verspricht sie sich ausgerechnet vom neuen Berliner Versammlungsfreiheitsgesetz.
30. April 2022 um 14:00 Uhr Antifaschistische Kundgebung U-Bhf. Adenauerplatz (Berlin-Charlottenburg)
Am 30. April 2022 wollen auch in diesem Jahr mehrere hundert Antisemit*innen zum sogenannten Al Quds-Tag in Berlin aufmarschieren. Sie demonstrieren für eine Eroberung Jerusalems (arabisch: Al Quds) und die Vernichtung Israels.
Wie der Tagesspiegel gestern berichtete, steht der Neuköllner Neonazi Maurice Pollei bald vor Gericht.
In der Anklage wird ihm vorgeworfen im Zeitraum zwischen 2018 und 2020 an einem Angriff von Neonazis auf Linke im Neuköllner Schillerkiez beteiligt gewesen zu sein, am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermorderten Sinti und Roma den Hitlergruß gezeigt und u.a. im Rahmen der extrem rechten Veranstaltungsreihe „Dienstagsgespräch“ öffentlich ein Kapuzenpullover mit den Symbolen der verboteten rechtsterroristischen Organisation „Combat 18“ getragen zu haben. Außerdem soll er im Juli 2021 eine Person in Rudow rassistische beleidigt und mit einem Messer verletzt haben. Dieser Angriff brachte ihn in Untersuchungshaft. Obwohl Pollei in der Definition der Polizei als „Gefährder“ gilt, also weiterhin erhebliche Straftaten von ihm erwartet werden, dauerte es nicht lange bis er wieder freikam und er von Antifaschist_innen wieder in seiner alten Wohngegend beobachtet werden konnte.