Kein "Al Quds-Tag" 2012 in Berlin

Donnerstag, den 26. Juli 2012 um 09:50 Uhr

Insgesamt haben sich über 400 Menschen an den Protesten gegen den Al Quds-Tag beteiligt. Bilder, Bericht und Videos findet ihr auf dem Mobiblog.


Gemeinsam gegen Antisemitismus!

Am 18. August 2012 findet in Berlin der größte islamistische Aufmarsch Deutschlands statt – Anlass ist der sogenannte „Al Quds“-Tag – Quds ist der arabische Name für Jerusalem. Dieser wurde 1979 vom iranischen „Revolutionsführer“ Ayatollah Chomeini eingeführt, um propagandistisch die Eroberung Jerusalems und die Vernichtung Israels vorzubereiten. Seit 1996 demonstrieren Anhänger*innen des iranischen Regimes auch in Berlin.

 

An der militärischen Umsetzung dieses antisemitischen Unternehmens wird indes in Teheran fleißig gearbeitet: Das iranische Atomwaffenprogramm ist eine existenzielle Bedrohung für Israel, deren Bewohner*innen sich mit dem Wissen um Auschwitz geschworen haben, nie wieder wehrlos antisemitischen Vernichtungswahn gegenüber zu stehen. Daher werden in Israel die Ankündigungen aus Teheran, den jüdischen Staat von der Karte zu streichen, äußerst ernst genommen. Die Bedrohung des Regimes richtet sich nicht nur nach außen, sondern auch gegen „innere Feinde“. Die Oppositionellen innerhalb des Irans sind von staatlicher Repression betroffen. Beispielsweise werden Linke, Gewerkschaftler*innen, Feminist*innen, Queers und religiöse Minderheiten im Iran verdächtigt für ausländische Mächte – insbesondere für Israel – tätig zu sein, wenn sie Widerstand gegen das iranische Regime leisten.

 

Von Repression bedroht sind aber nicht nur politische Aktivist*innen. Das iranische Regime schränkt auch alltäglich die individuelle Selbstentfaltung ein. Dies zeigt sich vor allem in Fragen der geschlechtlichen Rollenerwartungen. Unter Berufung auf das islamische Recht – die Scharia – werden Steinigungen von Frauen oder die öffentliche Hinrichtungen von Homosexuellen legitimiert. Homosexualität wird wahnhaft als jüdisch-westliches Instrument zur angeblichen Zersetzung der iranischen Gesellschaft gedeutet.

 

Doch die Luft wird für das iranische Regime immer dünner, wie die landesweiten Proteste im Sommer 2009 gezeigt haben. Nur äußerst blutig konnten die Demonstrationen gegen das Regime niedergeschlagen werden. Noch drastischer ist derzeit die Situation in Syrien, wo Irans Verbündeter Präsident Bashar al-Assad sogar das Militär einsetzt, um die Aufstände im Land niederzuschlagen. Obwohl sich Assad nicht wie die iranischen Herrscher theokratisch durch einen angeblichen Willen Gottes legitimiert, sondern sich auf eine säkular-nationalistische Ideologie zur Herrschaftssicherung stützt, sind das iranische und syrische Regime doch engste Verbündete im Kampf gegen den Westen und Israel. Assad und sein Herrschaftsclique wissen die mediale Fokussierung auf Israel anlässlich des „Al Quds“-Tages als angeblichen Aggressor im Nahen Osten zu nutzen: Schon im vergangenen Jahr organisierte das syrische Regime antiisraelische Demonstrationen an der israelisch-syrischen Grenze, um vom eigenen Krieg gegen die eigene Bevölkerung abzulenken. Dabei sind es das iranische und das syrische Regime – nicht Israel – die einem Aufbruch emanzipatorischer Kräfte im Nahen und Mittleren Osten entgegenstehen.

 

Die Unterstützer*innen dieser Regime wollen am 18. August in Berlin auf die Straße gehen, um die Vernichtung Israels zu propagieren. Das werden wir nicht zulassen. Wir werden an diesem Tag unseren Protest gegen Antisemitismus, Islamismus, Sexismus und Homophobie auf die Straße tragen und uns diesem regressiven Aufmarsch in den Weg stellen.

 

Deshalb fordern wir:
Nieder mit den Regimen in Iran und Syrien!
Solidarität mit den emanzipatorischen Kämpfen vor Ort!
Solidarität mit Israel!
Kein „Al Quds“-Aufmarsch am 18. August in Berlin und anderswo!

 

Antifaschistische Kundgebung:
18. August 2012 | 13:00 Uhr | Adenauerplatz
(Brandenburgische Straße/Kurfürstendamm, Berlin, U7)

 

Weiterhin lädt das Bündnis zwischen dem 06. und 16. August 2012 zu 5 Veranstaltungen ein. Weitere Infos und alle Termine im Überblick gibt es unter keinalqudstag.tk.

   

Rechtspopulistische Propagandatour durch Berlin + Festival gegen Rassismus

Donnerstag, den 09. August 2012 um 14:32 Uhr

Parallel zu den Protesten gegen den Marsch am Al Quds-Tag, kündigt die schwächelnde rechtspopulistische Partei „Pro Deutschland“ in Berlin ein „Wochenende der Superlative“ an. Am Samstag und Sonntag wollen die Teilnehmer_innen  in einem Bus durch die Stadt touren. Am Programm lässt sich die inhaltliche Ausrichtung der selbsternannten „Bürgerbewegung“ ablesen. Thematischer Schwerpunkt am Samstag ist die rassistische Agitation gegen den Islam. Kundgebungen soll es u. a. in Neukölln  um 14:00 Uhr vor der Al-Nur Moschee in der Haberstraße (S-Bahnhof Köllnische Heide) und um 16:00 Uhr an der Kreuzung Flughafenstraße/ Ecke Hermannstraße geben. Am Tag drauf wollen die Rechtspopulist_innen mit Kundgebungen vor linken Hausprojekten in Kreuzberg und Friedrichshain provozieren.


Weitere Infos, auch zu den geplanten Gegenprotesten, findet ihr auf dem eingerichteten Mobiblog. Allgemein zur Thematik sei an dieser Stelle auf einen Redebeitrag von uns zum antimuslimischen Ressentiment aus dem letzten Jahr und den Mitschnitt der Veranstaltung mit Floris Biskamp verwiesen. Eine konkrete Gelegenheit sich über Rassismus und Gegenstrategien zu informieren und zu vernetzen, die wir euch ans Herz legen wollen, ist das „Festival gegen Rassismus“. Es findet vom 17.08. bis zum 19.08. am Kreuzberger Blücherplatz statt.

   

Turn left - Smash right!

Mittwoch, den 06. Juni 2012 um 21:50 Uhr

Mehr als 300 Menschen beteiligten sich trotz miesen Wetter an der antifaschistischen Demonstration in Berlin-Schöneweide. Einen Bericht gibt es bei Indymedia. Die passenden Bilder gibt es bei flickr: 1 | 2

 

Schon seit längerem gehören Neonazis und rechter Lifestyle zum Straßenbild des Südost- Berliner Stadtteils Schönweide. Nicht wenige organisierten sich sogar in Kameradschaften und der NPD und machten den Kiez um den S-Bahnhof unsicher. In letzter Zeit baut die Berliner Neonaziszene ihre Infrastruktur im Kiez weiter aus. Mittlerweile bestehen dort mindestens neun Läden, die der rechten Szene zugeschrieben werden müssen. Dadurch erfüllt Schöneweide für die Berliner Neonazis gleich mehrere Funktionen: Dort schaffen sie sich gegenseitig Arbeitsplätze, dort können sie ungestört feiern, Veranstaltungen durchführen und sich vernetzen. Aufgrund der hohen Präsenz von Neonazis im Stadtbild, schaffen sie zeitweilig eine rechte Hegemonie im Kiez. Quasi eine Volksgemeinschaft im Kleinen. Immer wieder kommt es auch zu Übergriffen auf Migrant_innen, Linke und andere Menschen die nicht in ihr rechtes Weltbild passen.

Inzwischen ist der Stadtteil Rückzugsraum und Basis für berlinweite Aktivitäten. Wenn es in der Stadt zu Neonazi-Aktionen kommt, dann oftmals nur mit Hilfe der Strukturen in Schöneweide. Die sich dort entwickelnde rechte Hegemonie ist somit nicht nur ein Problem für die Anwohner_inne, sondern für ganz Berlin und sollte auch von ganz Berlin bekämpft werden. Weiterlesen...

 

Aus diesen Grund finden neben einem Konzert, einer Graffiti- und Skate Jam, auch eine antifaschistsche Demonstration am 7. Juli 2012 in Berlin-Schöneweide statt. Mehr Infos zu den Aktionen gibt es unter turn-left.tk.

   

Dein Block mein Kiez *5 - Wem gehört Neukölln?

Dienstag, den 05. Juni 2012 um 17:21 Uhr

Im Rahmen von "Dein Block Mein Kiez # 5" finden in diesem Jahr vier Veranstaltungen statt auf die wir euch aufmerksam machen wollen.

 

+++ 16.06.2012 : Nachdem das Ordnungsamt mit dem Hinweis auf polizeiliche Sicherheitsbedenken das  Hip-Hop Konzert "Dein Block Mein Kiez" verboten hatte, findet es nun doch unter Auflagen statt. +++

 

Internationale Bauaustallung 2020 Neukölln
Sozialökologisches Modellprojekt oder kapitalgerechtes Stadtumbauspektakel?
» 11. Juni 2012 | 19 Uhr | Tristeza (Pannierstr. 5)

 

Das Berliner Abgeordnetenhaus entscheidet in Kürze, ob sich Berlin als Ausrichter der Internationalen Bauausstellung 2020 (IBA) bewirbt, das Konzept unter dem Schlagwort "Stadtkapital!" ist längst erarbeitet. Auch Nordneukölln und die Tempelhofer Freiheit werden von den Macher_innen als "städtebauliche Herausforderung" identifiziert. Neukölln solle dem Ziel der "maximal gemischten Stadt" näher gebracht werden. Auch wenn das böse Wort mit "G" nirgends auftaucht, so hört man, dass die Debatten um Stadtaufwertung und soziale Entmischung die Autor_innen erreicht haben. Aber funktioniert die "gemeinsame Entwicklung solcher Projekte" tatsächlich, oder wird da nur eine Beteiligungsmöglichkeit suggeriert? Auf welche soziale Struktur der Stadt wird die IBA denn hinarbeiten? Und wie passt das Bekenntnis zum "sozial verträglichen modernen Bauen" in die aktuelle Politik des Senats, zumal explizit nach privaten Investoren gesucht wird?


Mit: N.N (AK Umstrukturierung, Hamburg-Wilhelmsburg), Ricarda Pätzold (TU Berlin) und Jutta Blume (Journalistin, Berlin).

 

 

We're flying high
Drogenpolitik und Verdrängung in Neukölln
» 14. Juni 2012 | 19 Uhr | NFJ-Büro (Weichselstr. 13/14)

 

„Rauschmittelmissbrauch und eine bekannte Drogenszene in der Umgebung der U-Bahnhöfe und der Hasenheide tragen zum negativen Image des Gebietes bei.“ (QM Flughafenstraße)
Ständige Polizeipräsenz, Kameras und verdachtsunabhängige Kontrollen sind laut Pressenachrichten der Wunsch der Bevölkerung rund um die Hasenheide und der Flughafenstraße. Ständige Belagerung und Bedrohung durch Dogenkonsument_innen und Verkäufer_innen seien die auslösenden Faktoren.
Da Bürger_innen, Bezirk und Polizei weder konstruktiv noch besonders klug vorgehen, wollen wir uns die Situation aus der Perspektive von Nana Rebhan anschauen. Sie veröffentlichte 2010 den Dokumentarfilm „Berlin-Hasenheide“, in welchem die Hasenheide so gezeigt wird, wie die öffentlichen Medien sie eigentlich niemals zeigt. Als Kneipe, Sportplatz, Wohnzimmer und Laufsteg. Wir wollen uns die Situation auch aus einer Perspektive anschauen, die diese Form von Drogenpolitik und die Stigmatisierung von Drogenuser_innen kritisiert. Sophie arbeitet seid zwei Jahren bei dem Projekt Selbstverständigung über Drogengebrauch im Verein Subjektstandpunkt e.V. und wird uns etwas zum Thema hegemonialen Suchtdiskurs und von Drogenpolitik in Form von Suchtprävention erzählen. Das Problem gibt es jedoch nicht nur in dern Medien: in Ämtern, Cafés und Bäckereien liegen plumpe Anti-Drogen-Broschüren aus, in denen kiffen immer noch als Vorstufe der Heroinsucht verteufelt wird. Sie fördern Ressentiments und sind sehr wenig hilfreich. Der Sicherheitswahn und die daraus resultierende Kriminalisierung von angeblich Verdächtigen ist kein neues Phänomen.
Wir wollen die Stigmatisierung von Konsument_innen kritisieren und nach einer konstruktiven Umgehensweise suchen. Auch dass immer mehr Bereiche in Berlin zu „Kriminalitätsschwerpunkten“ erklärt werden, wollen wir thematisieren.

U.a. mit: Nana Rebhan, Regisseurin von Berlin-Hasenheide
Sophie, Projekt Selbstverständigung über Drogengebrauch

 

 

New Kids on the Block
Politisches Theater von Jugendlichen aus der Manege
» 15. Juni 2012 | k-fetisch (Wildenbruchstr. 86)

 

Die Theatergruppe beschreibt schauspielerisch ihre Sicht auf Integration, Ausgrenzung und das Leben in Neukölln. Hingehört, denn die Leute haben was zu sagen!

 

 

Wem gehört Neukölln?
HipHop-Openair
» 16. Juni 2012 | 17 Uhr | Tristeza (Pannierstr. 5)

 

Mit dabei sind: mit:
Manege AllStars
Funky Soulyahs
Onur K.
Heku & SAZ
Norbert der Habicht
Pretty Paine
Kobito
BadKat & Giotto
Amewu

Mit Graffitiwand. Wie immer umsonst und draußen. Ende um 22 Uhr.

   

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