Veranstaltungsreihe: ABC der radikalen Linken

Mittwoch, den 05. September 2012 um 10:36 Uhr

Vom 12. bis 27. September 2012 findet eine weitere unserer "Beat up your brain"-Veranstaltungsreihen statt. Dieses Mal geht es um grundlegende Fragestellungen und Auseinandersetzungen innerhalb der radikalen Linken.

 

 

 

» Klassenkampf - Über Sinn und Unsinn eines politischen Konzepts
Mittwoch 12.09.12 // 20h // Tristeza (Pannierstraße 5, Nähe U-Bhf. Hermannplatz)
» Einen Mitschnitt der Veranstaltung findet ihr bei official.fm

 

Seit dem 19. Jahrhundert bildete die Mobilisierung des Proletariats gegen Kapital und bürgerlichen Staat einen elementaren Bestandteil linksradikaler Politik. Spätestens mit dem Ende des real existierenden Sozialismus verloren die Theorien des Klassenkampfes weltweit an Einfluss innerhalb der Linken. Die ehemals zentrale Kategorie „Klasse“ ist vo n den einen durch das „Volk“ ersetzt worden, während andere in universalistischer Absicht die Emanzipation aller Menschen unabhängig von ihrer sozialen Lage propagieren. Die Veranstaltung wird sich der Frage nach dem Gehalt, der Aktualität und der Funktionalität des politischen Konzepts Klassenkampf widmen.

 

Referent_innen: classless Kulla , Internationale KommunistInnen

 

 

» Wege und Ziele - Kommunismus oder Anarchismus
Donnerstag 20.09.12 // 19h // Tristeza (Pannierstraße 5, Nähe U-Bhf. Hermannplatz)
» Einen Mitschnitt der Veranstaltung findet ihr bei official.fm

 

Auf jeder Demonstration der radikalen Linken sind die Forderungen nach einem anderen Gesellschaftssystem zu sehen. Während einige ihre Parolen mit „Für den Kommunismus“ beenden, sieht mensch auf den Transparenten anderer das „A“ des Anarchismus. Diese beiden Konzepte einer auf den Kapitalismus folgenden Gesellschaftsform scheinen an Relevanz und Einfluss innerhalb der radikalen Linken nichts eingebüßt zu haben. Die Podiumsdiskussion wird sich mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden dieser Gesellschaftsentwürfe und der mit ihnen verbundenen Inhalte, Strategien und Ziele beschäftigen, ohne zu vergessen, sie auf ihren emanzipatorischen Gehalt und ihre Praktikabilität hin zu überprüfen.

 

Referent_innen: Anarchistische Föderation Berlin, Detlef Georgia (Sozialistische Initiative Berlin), Forum deutschsprachiger Anarchist_innen, Mundus Magenta

 

 

» Zur Kritik an Deutschland – antinationale und antideutsche Theorie
Donnerstag 27.09.12 // 19h // k-fetisch (Wildenbruchstraße 86, Nähe U-Bhf. Rathaus Neukölln)
» Einen Mitschnitt der Veranstaltung findet ihr bei official.fm

 

Ob am 09. November, dem 03. Oktober oder dem Jahrestag der rassistischen Pogrome von Rostock-Lichtenhagen: Stets stellt sich die Frage nach der richtigen Einordnung der deutschen Nation im Kontext der allgemeinen Entwicklung bürgerlicher Gesellschaften. Während zuletzt antinationalen Erklärungsversuchen eine ökonomistische Herangehensweise vorgeworfen wurde, kranken antideutsche Erklärungen laut ihrer Kritiker vor allem an einer zu starren Fixierung auf scheinbar unveränderbare Ideologietraditionen. Die Veranstaltung will dem Publikum die Argumente beider Seiten dieses Streits vor Augen führen und nach den Möglichkeiten und Grenzen eines Zusammendenkens antinationaler und antideutscher Positionen fragen.

 

Referent_innen: …nevergoinghome., Emanzipative Antifaschistische Gruppe (Berlin), Theorie Organisation Praxis B3rlin

 


Eine Veranstaltungsreihe der Autonomen Neuköllner Antifa [ANA].

   

Marsch für das Leben? What the fuck!

Dienstag, den 28. August 2012 um 13:36 Uhr

Bilder und Bericht vom Protest gegen den "Marsch für das Leben" findet ihr bei Indymedia.

 

Für den 22. September 2012 mobilisiert der Bundesverband Lebensrecht (BvL) wieder zu einem „Marsch für das Leben“ in Berlin. Damit will er für ein generelles Verbot von Abtreibungen demonstrieren und etikettiert dies als „Lebensschutz“. Wie in den vergangenen Jahren wollen wir die Abtreibungsgegner_innen nicht ungestört demonstrieren lassen!

 

Die Gruppen und Organisationen, die sich an dem „Marsch“ beteiligen, betrachten jeden Schwangerschaftsabbruch als „vorgeburtliche Kindstötung“, die verboten und bestraft gehöre. Sie sprechen damit allen Menschen, die schwanger werden können, dementsprechend vor allem Frauen_Lesben_Trans* (flt*), das Recht ab, über ihr Leben und ihren Körper selbst zu bestimmen. Um diese Meinung in der Öffentlichkeit zu verankern, verbreiten die Abtreibunsgegner_innen Unwahrheiten und betreiben Lobbyarbeit.

 

Die Abtreibungsgegner_innen sind christliche Fundamentalist_innen. Sie kämpfen für eine Gesellschaft, die auf der bürgerlichen Kleinfamilie, Zweigeschlechtlichkeit, einer strengen Sexualmoral, Verbot von Homosexualität und auf „Schicksals”- und Obrigkeitsergebenheit beruht. Die Antifeminist_innen behaupten, sie agierten gewaltfrei, doch – z.B. in den USA und in Großbritannien – blockieren Abtreibungsgegner_innen Kliniken und bedrohen, nötigen und verletzen dabei sowohl Ärzt_innen als auch Menschen, die abtreiben wollen.

 

Auch in der BRD und Österreich werden flt*, die Abtreibungskliniken aufsuchen, teilweise durch sogenannte „Gehsteigberatung“ eingeschüchtert und bedrängt; Ärzt_innen als „Massentöter“ diffamiert. Gruppen und Personen, die sich für ein liberales Abtreibungsrecht einsetzen, werden beschimpft und bedroht. Dabei können sich die christlichen Fundamentalist_innen einer wachsenden gesellschaftlichen Akzeptanz sicher sein. Dieses Jahr stellt sogar die Deutsche Bahn Fahrkarten zum vergünstigten Pauschalpreis für Teilnehmende des „Marschs für das Leben“ zur Verfügung und sieht dies als „ein völlig normales Angebot“.

 

Weltweit sind Abtreibungs- und andere reproduktive Rechte umkämpft, von deren Einschränkungen v.a. flt*-Personen negativ betroffen sind. Nach wie vor sterben weltweit jährlich mehrere zehntausend flt* an nicht korrekt durchgeführten – weil illegalisierten – Abtreibungen. In Irland gilt ein absolutes Abtreibungsverbot. In Polen wurde ein solches letztes Jahr nur knapp abgewendet, nachdem sich eine Bürger_inneninitiative dafür eingesetzt hatte. In der Türkei konnten nur durch starken Protest weitreichende Einschränkungen im Abtreibungsrecht verhindert werden.

 

Anders als oft angenommen, gilt eine Abtreibung auch in der BRD weiterhin als Straftat, die nur unter bestimmten Voraussetzungen nicht strafrechtlich verfolgt werden darf. Wer abtreiben will, muss sich zwangsweise von staatlich anerkannten Stellen beraten lassen und danach drei Tage warten, bevor der Eingriff vorgenommen wird. Diese Regelung bedeutet eine staatlich institutionalisierte Entmündigung von flt*, die nicht selbst über ihren Körper und ihre Lebensplanung entscheiden dürfen. Die Beratung und Abtreibung muss in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft geschehen – es sei denn, es wird eine „Gefahr für die psychische und physische Gesundheit“ der flt*-Person festgestellt.

 

Andererseits sind aber „Schädigungen“ des Fötus, die in vorgeburtlichen Untersuchungen festgestellt werden, oft der eigentliche Grund für einen Abbruch nach der zwölften Woche. Dadurch werden flt* immer mehr für die „Gesundheit“ und „Qualität“ ihres Nachwuchses zur Verantwortung gezogen und zu solchen Untersuchungen gedrängt. Dass sie ein Recht auf Nichtwissen haben, wird meist nicht erwähnt. Ein Gentest mit dem Blut der Schwangeren auf Trisomie 21 soll in diesem Jahr auf dem deutschen Markt zugelassen werden. Dieser wird den Druck zur Selektion auf Schwangere noch erhöhen.

 

Wir dagegen streben eine Gesellschaft an, in der weder religiöse Moralvorstellungen, gesellschaftliche Normierungen noch staatliche Zugriffe über das Leben und den Körper von Menschen bestimmen. flt* sollen auf Grund einer Abtreibung weder gesundheitliche noch rechtliche oder wirtschaftliche Nachteile in Kauf nehmen müssen. Die Entscheidung für oder gegen eine Schwangerschaft soll ohne Eingriff oder Belehrungen des Staates und ohne Angst vor moralischer Verurteilung möglich sein. Um die Rahmenbedingungen für eine weitreichende Selbstbestimmung über den eigenen Körper herzustellen, muss nicht nur Abtreibung legalisiert werden, sondern auch der Zugang zu Verhütungsmethoden – wie der „Pille danach“, die in Deutschland immer noch nicht rezeptfrei, d.h. ohne Bittsteller_innentum, erhältlich ist – ermöglicht werden.
Wir wollen eine Gesellschaft, in der eine „Behinderung“ kein Problem oder Mangel darstellt. Kein Mensch soll sich „verpflichtet” fühlen abzutreiben, weil eine Behinderung des späteren Kindes wahrscheinlich erscheint.


Wir rufen dazu auf, dem Marsch der Fundamentalist_innen laut und mit vielfältigen Aktionen entgegenzutreten und fordern:


• Streichung des Paragraphen §218 aus dem Strafgesetzbuch
• Entscheidungsfreiheit für oder gegen eine Abtreibung ohne Bevormundung
• Kostenlosen und (rezept-)freien Zugang zu allen Verhütungsmitteln für alle Menschen, auch zur „Pille danach“
• eine Anerkennung der freien Selbstbestimmung

 

Weitere Informationen gibt es unter no218nofundis.wordpress.com


Einen Mitschnitt der Veranstaltung » Deutschland treibt sich ab - Organisierter „Lebensschutz“ und Antifeminismus «, die im Rahmen der Proteste gegen den "Marsch für das Leben" statt fand, findet ihr hier.

   

Solidarität mit den vom neonazistischen Terror Betroffenen!

Dienstag, den 28. August 2012 um 14:20 Uhr

Bilder und Bericht zum Aktionstag gegen Nazistrukturen, in dessen Rahmen auch das Konzert statt fand, findet ihr bei Indymedia.

 

Brandanschläge, zersprengte Briefkästen, eingeworfene Scheiben – von Angriffen wie diesen waren in den letzten Wochen Menschen betroffen, die sich gegen die rechte Präsenz und Propaganda in Neukölln und Treptow-Köpenick zur Wehr setzen: So auch Mitte August als zwei antifaschistisch engagierte Politiker der Parteien »Die Linke« und der SPD-Jugendorganisation »Jusos« angegriffen wurden. Während in der Presse der Täterkreis als »eine Clique junger Neonazis aus Johannisthal und Rudow« (Tagesspiegel vom 22.08.2012) eingegrenzt wird und antifaschistische Gruppen Verantwortliche beim Namen nennen, hat die Polizei keine Ermittlungserfolge vorzuweisen. Letzteres gilt bis heute auch für den Mord an dem 22 jährigen Burak B. am 05./06. April 2012 in Buckow.

 

Die Bereitschaft Anschläge auf Personen und Projekte zu verüben, die in ihrer Ideologie keinen Platz haben, ist bei den Neuköllner Neonazis stark ausgeprägt und wurde nicht nur in der jüngsten Vergangenheit mehrfach in die Tat umgesetzt. Dabei sind die Neuköllner Neonazis gut mit anderen Nazistrukturen vernetzt. So unterhalten sie nicht nur Kontakte zur gewaltbereiten Naziszene in Teltow/Fläming und Zossen, sondern sind auch eng an das neonazistische Netzwerk »Nationaler Widerstand Berlin« angebunden. Auf dessen Internetportal werden Bilder und Adressen von Personen und Lokalitäten, die die Nazis als politische Gegner_innen betrachten, veröffentlicht und zum »praktischen Vorgehen« aufgefordert. Darunter befanden sich etliche Personen und Objekte, die nun das Ziel der genannten Naziangriffe wurden.

Antifaschistisches Open-Air Konzert: 8.9. | 16 Uhr | U-Bahnhof Rudow


Keine »Homezone« für Nazis! Für eine antifaschistische Gegenkultur!
Weitere Informationen unter: www.zeitzuhandeln.antifa.cc

 

An dem Tag gibt es in Treptow-Köpenick [Info], Lichtenberg [Info] und Friedrichshain [Info] auch Aktionen gegen Nazis.

   

20 Jahre Rostock-Lichtenhagen

Freitag, den 20. Juli 2012 um 11:32 Uhr

Bundesweite Demonstration in Rostock am 25. August - Veranstaltungsreihe in Berlin geplant

 

Die rassistischen Pogrome von Rostock-Lichtenhagen zwischen dem 22. und 26. August 1992 gegen die „Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber“ und ein Wohnheim für ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter_innen jähren sich im diesem Jahr zum 20. Mal. An den Angriffen beteiligten sich ein Mob aus mehrere hundert Nazis und ganz normale Deutschen. Bis zu 3.000 Zuschauer_innen applaudierten den Angreifer_innen und behinderten den Einsatz der Polizei und der Feuerwehr. Nachdem die Asylbewerber_innen am Montag, den 24. August, evakuiert werden mussten, wurde das sogenannte „Sonnenblumenhaus“ mit Molotowcocktails in Brand gesteckt, während sich noch über 100 vietnamesische Vertragsarbeiter_innen und ein Fernsehteam des ZDF darin aufhielten. Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen zog sich die Polizei zeitweise völlig zurück und überließ das brennende Haus sowie die Eingeschlossenen schutzlos sich selbst.

 

Das brennende Sonnenblumenhaus wurde zu einem erschreckenden Symbol des wiedervereinigten Deutschland. Nur Wochen nach dem Pogrom wurde in einem breiten Konsens im Bundestag das Grundrecht auf Asyl abgeschafft.

 

Aus diesem Anlass veranstaltet das Kollektiv k-fetisch eine Bücher- und Veranstaltungsreihe anlässlich der Pogrome vor 20 Jahren in Rostock-Lichtenhagen. Die erste Veranstaltung finden schon diesen Sonntag statt. Dort wird dann der Dokumentationsfilm „The truth lies in Ros­tock“ ab 19:30 Uhr gezeigt.

 

Verschiedene Gruppen und Bündnisse rufen für den 25. August 2012 zu einer bundesweite Demonstration in Rostock auf. Weitere Infos und Termine findet ihr unter lichtenhagen.net und rassismus-toetet.de.

   

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