Kein Raum für Rassist_innen!

Dienstag, den 13. November 2012 um 10:38 Uhr

Mehr als 600 Menschen protestieren gegen NPD-Demonstration in Rudow. Nach wenigen hundert Metern wird der Aufmarsch von einer Sitzblockade gestoppt. Nach mehr als einer Stunde erzwungener Wartezeit, drehen die knapp 70 Nazis schließlich um, nach einem kurzen Schlenker durch Nebenstraßen lösen sie ihre Demo noch vor dem Erreichen des U-Bahnhof Rudows in der Walthersdorfer Chaussee auf. Auf der Fahrt zu einer zweiten Kundgebung in Lichtenberg greift die Gruppe um Sebastian Schmidtke auf dem Bahnsteig des S-Bahnhofs Neukölln Linke an. Den kompletten Artikel und Bilder findet ihr bei Indymedia.

 

+++ Fotos von allen 65 TeilnehmerInnen der Naziaufmarschs gibt es auf antifa-berlin.info +++

 

Seit einigen Tagen mobilisiert die Berliner NPD für den 24.11.12 zu einer Demonstration durch den südlichen Neuköllner Ortsteil Rudow. Die Demo richtet sich gegen eine geplante provisorische Unterkunft für Flüchtlinge, die für zwei Jahre in Containern auf einer Brachfläche in der August-Fröhlich Straße/Kanalstraße untergebracht werden sollen. Die NPD versucht sich nun offenbar an die Spitze des völkischen Zuges zu setzen und fabuliert im Internet über „Lärm, Müll und Kriminalität“ und gibt sich besorgt um Rudows „dörflichen Charakter“. Bereits am 7.November führten etwa 20 Neonazis der NPD und des „Nationalen Widerstand Berlin“ eine Kundgebung mit dem gleichen rassistischen Tenor durch, um eine zeitgleich stattfindende Filmveranstaltung mit anschließender Diskussion über die Unterbringung von Flüchtlingen in Rudow zu stören und die Teilnehmer_innen einzuschüchtern.

Fällt die Berliner NPD sonst durch organisatorische Unzulänglichkeiten, verpatzte Kundgebungen und ihre weitgehende Personalunion mit dem gewalttätigen Neonazi-Netzwerk „NW-Berlin“ auf, muss befürchtet werden, dass die Hetze gegen die geplante Flüchtlingsunterkunft teilweise auf fruchtbaren Boden fällt. Rassistische Ressentiments sind in der Bevölkerung weit verbreitet und werden so auch zur strategischen Manövriermasse für die Politik bürgerlicher Parteien. So kamen am 9.Oktober auf Einladung von mehreren CDU-Abgeordneten mehr als 150 Menschen in einer Rudower Gaststätte zu einer „Bürgerversammlung“ zusammen. Die Stimmung war derartig durch aggressive Ablehnung geprägt, dass die anwesenden Neonazis, die trotz Hinweis geduldet wurden, sich nicht ein Mal selbst zu Wort melden mussten. Was sich die Neonazis vorstellen, wenn sie den „dörflichen deutschen Charakter“ verteidigen, hatte sich in der Nacht zuvor in dem an Rudow angrenzenden Waßmannsdorf gezeigt. Vermummte warfen an der dortigen Flüchtlingsunterkunft mehrere Scheiben ein, versuchten gewaltsam in das Gebäude einzudringen und hinterließen neben gesprühten Drohungen auch die Signatur „NW-Berlin“.

Vor diesem Hintergrund ist die Solidarität von Antifaschist_innen notwendig. Solidarität mit Menschen, die es auf ihrer Flucht in die militärisch abgeschottete „Festung Europa“ geschafft haben, die hier tagtäglich rassistischen Anfeindungen ausgesetzt sind und vom institutionellen Rassismus in häufig menschenunwürdigen Unterkünften und mit Sondergesetzen gegängelt werden. Solidarität mit den von ihnen initiierten Kämpfen für bessere Lebensbedingungen, wie sie gerade z.B. in Berlin am Oranienplatz und Pariser Platz geführt werden. Am 24.11. ist praktische antirassistische Solidarität auf der Straße gefordert.

Kein Raum für Rassist_innen! Solidarität mit den Flüchtlingen & ihren Kämpfen! Naziaufmarsch in Rudow blockieren!

24.11.12 I 12.00 Uhr I U-Bahnhof Rudow
Infos: antifa-neukoelln.net I zeitzuhandeln.antifa.cc I neukölln-gegen-nazis.de


...und danach zur Silvio-Meier Demo: U-Bhf Samariter Straße I silvio-meier.tk

   

Soliparty für die Autonome Neuköllner Antifa

Mittwoch, den 07. November 2012 um 18:04 Uhr

Bis hierher lief's noch ganz gut

...aber wichtig ist nicht der Fall, sondern die Landung! Und damit diese, zumindest heute Nacht, möglichst angenehm verläuft, wird zugunsten der Autonomen Neuköllner Antifa [ANA] wieder ein Potpourrie elektronischer Tanzmusik präsentiert, das alle auf ihre Kosten kommen lassen dürfte: von Techno über House bishin zu den größten (Electro-)Pop-Hits aller Zeiten. Und jetzt noch schnell die Tanzschuhe geputzt und dann heißt es wieder: Feiern für den guten Zweck - damit auch im kommenden Jahr überall dort interveniert werden kann, wo es nötig ist.


::: LINEUP

Anja Zaube (Brothers in Music)
Basscadet (://about blank)
Drauf & Dran (KIDDAZ.FM / Klangsucht / DLR)
Florian Rietze (Concorde Club rec.)
Hypnorex (Sportbrigade Sparwasser)
Katzenjammer Kids (tbc.)
Kombiteller (dille*tanten / Klingelstreich)
Miriam Schulte (Green Empire)
Prinzess-o-mat (Procrastinators United)
von Raben (krabat DIY)
Wankelmut (Seelensauna)

 

» 17.11.2012 | 23.59 Uhr | ://about blank (Markgrafendamm 24 // 10245 Berlin // S-Bhf Ostkreuz)

 

 

   

Antifa-Demo am 9. November in Berlin-Moabit

Samstag, den 03. November 2012 um 21:07 Uhr

Etwa 600 Menschen beteiligten sich an der Demonstration in Moabit. Einige Bilder vom Tag findet ihr bei flickr und Demotix.

 

Aufruf der Autonomen Neuköllner Antifa und der Emanzipativen Antifaschistischen Gruppe zur antifaschistischen Demonstration am 9. November 2012 in Berlin-Moabit. Den Aufruf der Antifaschistischen Initiative Moabit findet ihr hier. Die passende Zeitung zum Tag gibt es hier als PDF.

 

Auch in diesem Jahr findet in Berlin-Moabit wieder eine antifaschistische Gedenkdemonstration anlässlich der Novemberpogrome statt. Wir rufen wie schon in den vergangenen Jahren zur Teilnahme an der Veranstaltung auf, möchten dies jedoch mit einem zusätzlichen Aufruf tun, obwohl wir den Bündnis-Aufruf zur Demo in vielen Punkten teilen. Allein die darin gestellte Forderung nach "solidarischer Empathie" gegenüber Israel reicht uns nicht aus. Wir sind der Meinung, dass Israelsolidarität eine notwendige antifaschistische Praxis ist, die nicht bei einem empathischen Bezug stehen bleiben darf. Solidarität mit Israel bedeutet für uns, die Notwendigkeit des jüdischen Staates als Schutzraum vor antisemitischen Verfolgungen uneingeschränkt anzuerkennen und dies sowohl in einer historischen als auch in einer aktuellen Perspektive zu tun.

 

Das Novemberpogrom 1938
Die Gewalt der Novemberpogrome vom 7. -13. November 1938 fand am 9. November ihren vorläufigen Höhepunkt. Überall in Deutschland und Österreich brannten die Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden überfallen, demoliert und geplündert. Jüdinnen_Juden wurden von deutschen Antisemit_innen gedemütigt und geschlagen, vergewaltigt und ermordet. Etwa 30.000 Männer wurden verhaftet und in die Konzentrationslager Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen verschleppt. Das Novemberpogrom ist als Steigerung der antisemitischen Diskriminierung und gezielten Verfolgung der jüdischen Bevölkerung und als Beginn zum kollektiven Mord zu verstehen: Als das Ereignis, mit dem sich das deutsche Vernichtungsprojekt ankündigte.
Allein in Berlin wurden 1938 elf der damals vierzehn Synagogen vollständig zerstört. Ein öffentliches jüdisches Leben wurde in der Stadt und ganz Nazideutschland endgültig unmöglich gemacht. Für viele, die die Pogrome überlebten, nicht flohen bzw. fliehen konnten oder die Lage falsch bewerteten, endete das Leben in den Gaskammern der Vernichtungslager.
Berliner Jüdinnen_Juden, die im Anschluss abtransportiert werden sollten, wurden in der Synagoge in der Levetzowstraße gesammelt. Unter den Augen der Bevölkerung wurden sie zu diesem Ort verbracht. Im Anschluss wurden die Jüdinnen_Juden in Deportationsmärschen durch die Straßen zum Bahnhof Putlitzbrücke getrieben. Auf dem Weg wurden sie unter Beobachtung der Anwohner_innen gedemütigt und geschlagen.
Das Novemberpogrom war keine Tat einzelner, überzeugter Nationalsozialist_innen, von denen die sogenannte normale Bevölkerung zu unterscheiden wäre. Als Freiwillige der SS, Wehrmachtssoldaten, Polizist_innen, Denunziant_innen, Bahnpersonal, Angestellte und Beamt_innen waren unzählige ganz normale Deutsche direkt am Morden beteiligt - ob nun bei den Massenerschießungen der "Einsatzgruppen" in Polen und der Sowjetunion, in den Vernichtungslagern oder als Mitarbeiter_innen in der erforderlichen Bürokratie und Logistik. Einige wenige leisteten Widerstand und halfen, indem sie beispielsweise jüdische Menschen unterstützten oder versteckten.  Ab dem 9. November 1938 bis zum Tag der Befreiung lebte die deutsche Volksgemeinschaft ihren antisemitischen Hass aus. Gemeinsam wurde ausgegrenzt, entrechtet, verwüstet, geplündert, angezündet, gedemütigt, gefoltert und ermordet. Es gab keine schuldlosen Bürger_innen, auch wer nur zugesehen hat und sich nicht gegen das NS-System gewandt hat, hat sich damit als Teil des deutschen Mordkollektivs schuldig gemacht.

 

Weiterlesen: Antifa-Demo am 9. November in Berlin-Moabit

   

Wodka, Schnitt­chen & Tanz

Freitag, den 28. September 2012 um 15:18 Uhr

Wer nicht fei­ert,hat ver­lo­ren! So­li­par­ty gegen Re­pres­si­ons­kos­ten einer an­ti­fa­schis­ti­schen De­mons­tra­ti­on.

 

Es wird zum Tanz ge­la­den! Und zwar für den guten Zweck, damit wei­te­re tolle Ver­an­stal­tun­gen gegen so olle Dinge wie Ras­sis­mus, An­ti­se­mi­tis­mus, Pa­tri­ar­chat oder Ho­mo­pho­bie statt­fin­den kön­nen. Des­halb wird es heute Nacht ein biss­chen gla­mou­rös, schä­big und mon­dän! Als ers­tes wer­den uns die Kat­zen­jam­mer Kids mit fe*male elec­tro­grrrl pop be­glü­cken, ge­folgt von ge­schmack­vol­len Schla­ger­hits aus der Scha­tul­le von Patsy l‘amour la love. Ab­ge­run­det wird der Abend für die Tech­no­af­fi­ne­ren unter euch mit Dj Ullis tech­hou­se/elec­troswing – Set und einer wei­te­ren elek­tro­ni­schen Über­ra­schungs Dj*ane.

 

Kat­zen­jam­mer Kids (fe*male elec­tro­grrrl pop) Patsy l‘amour la love (Schla­ger) Ulli (Tec-​Hou­se) spe­cial Über­ra­schungs­Dj*ane (elec­tro) tba

 

Frei­tag, 05.​10.​2012 | 22.​00 Uhr | Süd­block
(Ad­mi­ral­stra­ße 1-2, U-​Bahn­hof Kott­bus­ser Tor, 10999 Ber­lin)

 

befreiungneukoelln.blogsport.de

   

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