Rassismus ? wieder das Motiv?

Mittwoch, den 06. März 2013 um 00:00 Uhr

Über 500 Menschen beteiligten sich an der Demonstration. Bilder gibt es bei flickr [1, 2, 3, 4, 5]

 

Aufruf zur Demonstration zum Gedenken an Burak B.

Die Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak B. ruft zur Demo am 06. April um 14 Uhr am Friedhof Columbiadamm in Berlin-Neukölln auf.

 

Burak wurde vor einem Jahr, in der Nacht vom 4. auf den 5. April, gegenüber vom Krankenhaus Neukölln ermordet. Er war 22 Jahre alt. Erschossen auf offener Straße, mitten in der Nacht. Fünf Freunde unterhalten sich, lachen, leben, haben Spaß. Der Mörder kommt auf die Gruppe zu, legt an, drückt ab. Burak: Lungendurchschuss, tot. Zwei seiner Freunde, Alex. A. und Jamal A., überleben die Mordnacht lebensgefährlich verletzt.

 

Wir rufen euch zur Solidarität mit der Familie und den Freunden von Burak auf. Wenn ein Mensch auf offener Straße in Berlin ermordet wird, geht uns das alle an. Wir werden nicht dazu schweigen, denn die rassistische NSU-Mordserie könnte als Vorbild gedient haben. Wir fragen uns, welche Lehren die Behörden aus ihrem Versagen im Rahmen der Ermittlungen gegen
den NSU gezogen haben. Ist Rassismus wieder das Motiv?

 

Lasst uns gemeinsam Burak gedenken. Lasst uns mit einer entschlossenen Demonstration Druck auf die Ermittlungsbehörden ausüben.

In Gedenken an Burak und in Solidarität mit seinen Angehörigen.

Wir werden nicht schweigen, bis der Mord aufgeklärt ist!
Wir werden den Mord nicht vergessen!

 

Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak B.

bestehend aus:
- Buraks Freunden und Verwandten
- ReachOut – Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Berlin
- Allmende e.V. – Haus alternativer Migrationspolitik und Kultur
- Antirassistische Initiative (ARI)
- Autonome Neuköllner Antifa
- weitere Gruppen und Initiativen, sowie interessierte Einzelpersonen

Die Initiative wird beraten durch die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR)

Dieser Aufruf wird unterstützt von:
Förderverein Türkiyemspor
Bündnis gegen Rassismus
f.a.q. Infoladen

 

Demo am Samstag 6.4.2013 / 14 Uhr / Friedhof Columbiadamm in Berlin-Neukölln

 

Mehr Infos unter: burak.blogsport.de

   

Neukölln nazifrei? Zeit zu handeln!

Dienstag, den 19. Februar 2013 um 10:49 Uhr

Einschüchterungsversuche, rassistische Hetze, rechte Aufmärsche, körperliche Angriffe, zerstörte Fensterscheiben, Hakenkreuzschmierereien und brennende Häuser – dies ist die erschreckende Bilanz der Neonazi-Aktivitäten im Bezirk Neukölln im Jahr 2012. Der Aktionsraum der hier aktiven Neonaziszene zieht sich vom Hermannplatz im Neuköllner Norden, über die Parchimer Allee und Britz, bis in den tiefen Süden Neuköllns nach Rudow an die Spinne. Die strategischen Ziele der Neonazis, die sich größtenteils im Umfeld der NPD organisieren, sind dabei klar: Gegner_innen sollen bekämpft und engagierte Bürger_innen eingeschüchtert werden. Zudem versuchen sie mit rassistischen Slogans im bürgerlichen Lager auf Stimmenfang zu gehen. Dieses Problem ist nicht neu: Organisierte Neonazis sind seit ca. zehn Jahren in Neukölln aktiv und versuchen vor allem im Süden des Bezirks einen Raumen der Angst zu schaffen.


Zeit zu handeln!

Diesem Treiben der Neonazis in Neukölln muss ein Ende gesetzt werden. Im November 2012 haben wir bereits bewiesen, dass wir einen Neonaziaufmarsch durch Rudow blockieren können. Wir müssen weitere Gegenaktivitäten planen. Dazu bedarf es einer breiten Vernetzung von zivilgesellschaftlichen Initiativen, antifaschistischen Gruppen, Parteien, lokalen Vereinen, Gewerkschaften und engagierten Einzelpersonen. Werde auch Du aktiv! Aus diesem Anlass wird es am Mittwoch, den 20. Februar 2013 um 19.00 Uhr eine Infoveranstaltung zum Thema „Neonaziaktivitäten in Neukölln“ in der alten Dorfschule Rudow geben. Dort soll zum einen darüber informiert werden, welche Neonazistrukturen es in Neukölln gibt. Zum anderen sollen gemeinsame Gegenstrategien vorgestellt und diskutiert werden.

 

» 20.02 (Mittwoch) | 19 Uhr | „Neonaziaktivitäten in Neukölln“ (Infoveranstaltung)
Wo? Alte Dorfschule Rudow (Alt-Rudow 60, U7 Rudow)

 

» 02.03 (Samstag) | 14 Uhr | Kiezsparziergang zum Entfernen von Neonazipropaganda
Wo? Alte Dorfschule Rudow (Alt-Rudow 60, U7 Rudow)

 

Es laden ein: Bündnis Neukölln, Antifa AG Neukölln, Neukölln gegen Nazis und Aktionsbündnis Rudow.

   

Fußball-Fanaktion gegen Nazis

Donnerstag, den 21. Februar 2013 um 11:04 Uhr

Etwa 30 antifaschistische Fußballfans erinnerten heute mittag in Rudow mit einer Gedenkundgebung vor seinem Geburtshaus, an den 1942 im KZ Thereseinstadt ermordeten lanngjährigen Vorsitzenden der Berliner Jüdischen Gemeinde Heinrich Stahl. In Redebeiträgen wurde darüber hinaus auch die aktuellen Aktivitäten von Neuköllner Neonazis und insbesondere extrem rechte Umtriebe im Umfeld vom TSV Rudow thematisiert. Fotos gibt es bei flickr hier und hier. Das Spiel TSV Rudow gegen TeBe ist witterungsbedingt ausgefallen.

 

Die Fans vom Fußballverein Tennis Borussia wollen am Sonntag den 24. Februar 2013 ein deutliches Zeichen gegen Nazis setzen. An diesem Tag spielt TeBe gegen den TSV Rudow, dessen Spiele leider immer wieder von Nazis  besucht werden. Eine Kundgebung gegen rechts und eine Gedenkfeier sind geplant. Treffpunkt der TeBe-Fans ist um 12 Uhr am U-Bahnhof Neukölln.

 

Hier der Aufruf:
WIR DULDEN KEINE NAZIS, NIRGENDS!

Davor: Erinnerung an Heinrich Stahl* Geb. 13. April 1868 in Berlin; gest. 4. November 1942 im Ghetto Theresienstadt.

Die seit 20 Jahren existierende Gedenktafel, am Haus Alt Rudow 41 die an den ehemaligen Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde zu Berlin von 1933-1942 erinnert, wird immer wieder geschändet. Darauf wollen wir mit einer Kundgebung gemeinsam hinweisen.

Anschließend besuchen wir das Fußball-Spiel TSV Rudow gegen Tennis Borussia auf dem Fußballplatz Stubenrauchstraße. Auch diesmal haben wieder etliche bekannte Neonazis ihr Erscheinen beim TSV-Rudow angekündigt. Dagegen wollen TeBe-Fans gemeinsam mit Antifaschist_innen ein Zeichen setzen!

 

Treffpunkt 12:00 U-Bhf Neukölln, Abfahrt 12:15
Kundgebung Alt Rudow 41, 13.00 Uhr
Anpfiff Sportplatz Stubenrauchstraße: 14.30 Uhr

 

*Tennis Borussia Aktive Fans (TBAF), Antifa-AG Neukölln, Antifaschistische Initiative Moabit, Berliner VVN-BdA/BO 8. Mai*

   

NPD-Veranstaltung in Gropiusstadt sabotieren!

Dienstag, den 29. Januar 2013 um 22:07 Uhr

350 Menschen beteilitgen sich an dem Protest gegen die Nazis. Einen ausführlichen Bericht findet ihr bei Indymedia. Bilder gibt es bei flickr [1, 2, 3] und Demotix [1, 2].


Am 16. 2. plant die Berliner NPD in der Zeit ab 12 Uhr eine Saalveranstaltung im Neuköllner Ortsteil Gropiusstadt. Für die Veranstaltung, zu der nach eigenen Angaben 60 bis 80 Neonazis erwartet werden, hat das Bezirksamt der NPD einem Raum im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt zugewiesen. An diesem Tag soll der bundesweit bekannte NPD-Führungskader Udo Pastörs zum von Rassist_innen mit Vorliebe konstruierten Phänomen des „Asylmissbrauch“ sprechen. Antifaschistische Gruppen rufen zu einer Gegenkundgebung ab 11 Uhr am U-Bahnhof Lipschitzallee auf und haben Flyervorlagen zur eigenständigen Mobilisierung erstellt.


Die NPD versucht mit der Veranstaltung an die im letzten Jahr begonnene Kampagne gegen eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Rudow anzuknüpfen. In diesem Rahmen führte die NPD mit Unterstützung von Mitgliedern des „Nationalen Widerstandes Berlin“ im letzten November drei Kundgebungen in unmittelbarer Nähe zu Veranstaltungsorten von zivilgesellschaftlichen Veranstaltungen gegen Rechts durch: Am 7.11.12 gegenüber der „Alten Dorfschule“ in Alt-Rudow (c. a. 20 Teilnehmer), am 21.11. in unmittelbarer Nähe zur „Alten Dorfschule“ (6 Teilnehmer) und am 29.11. schließlich gegenüber der Kinder-und Jugendeinrichtung „Anton-Schmaus Haus“ des linken Jugendverbandes „Falken“ (11 Teilnehmer). Das Anton-Schmaus Haus wurde in der Vergangenheit immer wieder zum Ziel von neonazistischen Angriffen bis hin zu Brandanschlägen, in deren Folge das Haus für mehrere Monate schließen musste. Zuletzt wurden im Rahmen einer Neonazi-Anschlagstour durch Berlin und Brandenburg in der Nacht vom 8. zum 9. Oktober 2012 am Zaun des Jugendzentrums und in der Umgebung neben zahlreichen Nazisymbolen auch die Drohung „Ihr interessiert uns brennend“ sowie die Signatur „NW-Berlin“ gesprüht. Obwohl die NPD die Kundgebung bis zuletzt geheim hielt und die Polizei die rechten Störmanöver gegenüber den Betroffenen verheimlichte, gingen die Provokationen ins Leere und die Veranstaltungen konnten wie geplant stattfinden. Zivilgesellschaftliche Initiativen aus Neukölln kritisierten im Anschluss das Vorgehen der Polizei in einem Offenen Brief, indem sie der Polizei „eine Politik der Geheimhaltung von Naziaufmärschen“ und „Diffamierungen gegen zivilgesellschaftliche Proteste gegen Neonazis“ vorwerfen.


Eine Demonstration zum Thema von etwa 70 Neonazis am 24. November 2012 in Rudow wurde nach wenigen hundert Metern von Gegendemonstrant_innen blockiert. Die Neonazis aus Berlin und Brandenburg müssen umdrehen und werden auf einer Miniroute zurück in Richtung ihres Auftaktortes geleitet, noch bevor sie diesen erreichen, lösen sie ihre Demo vorzeitig auf. Auf dem Weg zu einer zweiten Kundgebung in Lichtenberg griff die Gruppe um den NPD-Landesvorsitzenden Sebastian Schmidtke auf dem S-Bahnhof Neukölln Linke an. Die Polizei will von einer Auseinandersetzung nichts mitbekommen haben und so blieb der Angriff für Schmidtke ohne Konsequenzen. Durch diese Tatsache offenbar ermutigt, attackierte Schmidtke bei einer NPD-Wahlkampfkundgebung im niedersächsischen Lingen vor laufender Kamera mehrere Gegendemonstrant_innen – wie in Neukölln erneut mit einem Regenschirm. Immerhin wurde diesmal in der Folge ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet.


In ihrer rassistischen Agitation gegen die Flüchtlinge lässt sich die NPD indes weder durch Misserfolge noch durch Fakten irritieren, etwa die zuletzt sinkende Zahl von Asylanträgen oder die Tatsache, dass Rudow als Standort für die Flüchtlingsunterkunft bereits wieder vom Tisch ist.


Mit Udo Pastörs, NPD-Fraktionschef im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern und seit 2011 stellvertretender Bundesvorsitzender der Partei, ist ein Redner angekündigt, der immer wieder in der Rolle des Provokateurs den Skandal sucht. Ob in Wahlkampfreden oder bei Zwischenrufen im Landtag: Er verhöhnt die Opfer die Shoah und schürt den Hass gegen alles was der deutschen Volksgemeinschaftsideologie als „Fremd“ erscheint. Für besonderes Aufsehen sorgte ein Auftritt beim politischen Aschermittwoch der NPD im Februar 2009 in Saarbrücken, in seiner Rede hetzte Pastörs gegen die BRD als „Judenrepublik“, verglich türkischen Männer mit „Samenkanonen“ und bezeichnete den damaligen Chef der US-Notenbank Alan Greenspan als „Krummnase.“ Pastörs wurde wegen Volksverhetzung zu einer Bewährungsstrafe von 10 Monaten verurteilt. Aktuell machte er Schlagzeilen, als die NPD zur Zahlung von Schadenersatz in Höhe von 12.000 Euro verurteilt wurde, nachdem Pastörs eine Schulklasse gegen ihren Willen für einen NPD-Wahlkampfspot Instrumentalisiert hatte.


Die Verantwortlichen dafür, dass er zur Darbietung seiner menschenverachtenden Weltanschauung ein Podium dort erhält, wo ansonsten Schülerkonzerte oder Jugendtheateraufführungen stattfinden, sind im Neuköllner Rathaus zu suchen. Versuchte das Bezirksamt bei vergangenen NPD-Veranstaltungen im Bezirk durch Verschweigen antifaschistische Proteste unmöglich zu machen, gingen die Verantwortlichen auch diesmal den Weg des geringsten Widerstandes. Statt der NPD wenigstens symbolisch die Nutzung bezirkliche Räume zu verwehren, wurde im vorauseilendem Gehorsam den Neonazis statt vorhandener unattraktiver Liegenschaften die Türen des größten bezirkseigenen Veranstaltungszentrums geöffnet.


Im Kampf gegen Neonazis und Rassismus kann niemand auf Polizei oder Bezirksamt zählen. Antifaschist_innen müssen selbst aktiv werden gegen alle Formen von Rassismus – egal ob als mörderischer Gewalt auf der Straße oder in seinem kalten institutionellen Gewand in Form von Abschiebungen oder Sondergesetzen für Asylsuchende. Dem Bekunden von antirassistischer Solidarität müsse Taten folgen, die seit Monaten andauernde Kämpfe von Flüchtlingen auf dem Kreuzberger Oranienplatz und anderswo brauchen praktische Unterstützung.


Wir rufen euch auf am 16. Februar 2013 die NPD-Veranstaltung in Gropiusstadt mit vielfältigen und kreativen Aktionen zu stören.


Wir dulden keine Nazi-Hetze – Kein Raum für Rassist_innen!
Gegenkundgebung: 11.00 Uhr I U-Bahnhof Lipschitzallee (U7)
   

Seite 21 von 27