MORGEN: Thanks to the Allies! NPD & Deutschen Opermythen entgegentreten

+++ Nordneukölln bleibt für Neonazis ein unruhiges Pflaster. Das klägliche NPD-Häuflein aus 12 Neonazis versank heute mitsamt Bulli im antifaschistischen Wurfhagel. Mehrere hundert Menschen protestierten trotz weniger als 24 Stunden Vorlauf gegen die geschichtsrevisionistische Kundgebung am Rathaus Neukölln. Nach nicht einmal einer dreiviertel Stunde flüchteten die Neonazis aus dem für sie notdürftig freigehaltenen Mini-Gatter. Ihr VW-Bus bekam bei der überstürzten Abfahrt den Zorn antifaschistischer Anwohner_innen zu spüren. Nachdem schon alles vorbei war, kam es leider zu mehrere brutale Festnahmen samt Pfeffersprayeinsatz. Eis ausführlicher Bericht folgt! Fotos: 1,2,3+++


Zunächst über Twitter verbreitete sich nach dem diesjährigen 13.Februar ein Foto, dass zwei Aktivistinnen in Dresden bei einer Protestaktion im Stile der (aus feministischer Perspektive) zu Recht umstrittenen „Femen“-Gruppe zeigte. Sie bedankten sich beim Oberkommandierenden der britischen Bomberflotte für die Luftangriffe auf Dresden während des Zweiten Weltkrieges. „Femen“ distanzierte sich bezeichnenderweise wenig später in einem eilig veröffentlichten Statement von der Aktion.

Nun trat der „Berliner Kurier“ auf den Plan und berichtete, bei einer der Frauen handele es sich um Anne Helm, ein Mitglied der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung von den „Piraten.“ Die Boulevardzeitung befeuerte im Studentakt mit immer schriller werdenden Artikeln eine mediale Hetzkampagne gegen Helm. Neonazis, verschiedene rechte Parteien und Medien ergriffen die Gelegenheit dankbar beim Schopf und sprangen auf den Zug der Empörten auf. Schnell zeigte sich auch, dass eine eindeutige antifaschistische Positionierung gegen deutsche Opfermythen in Helms Piratenpartei kaum Rückhalt findet.

Die schweigende und kommentarschreibende Mehrheit ließ im entfesselten Shitstorm ihren Gewaltphantasien gegen die vermeintliche Nestbeschmutzerin freien Lauf. Foto und Kontaktdaten der Politikerin wurden auf neonazistischen Internetseiten veröffentlicht. Morddrohungen wurden geschickt. Bezirkspolitiker_innen reihten sich mit der Forderung ein, Helm solle ihr BVV-Mandat zurückgeben. Für morgigen Sitzung des Gremiums liegt ein gemeinsamer Entschließungsantrag von CDU und SPD vor, in dem im Brustton  totalitarismusideologischer Verblendung Neonazi-Aufmärsche und antifaschistische Proteste unter dem Extremismus-Label als „Verhöhnung der Opfer“ subsummiert werden. Die Aktion „von einem Mitglied dieses Hauses“ soll verurteilt werden.

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass die NPD versucht sich diese Gemengelage zu Nutze zu machen. Der Landesvorsitzende Sebastian Schmidtke hat parallel zur BVV-Sitzung morgen ab 16.30 Uhr eine Kundgebung unter dem Motto „Schluss mit der Verhöhnung der deutschen Opfer“ vor dem Rathaus Neukölln angemeldet.

Für Antifaschist_innen gilt es morgen klare Kante zu zeigen gegen deutsche Opfermythen –ob vor oder im Rathaus. Der militärische Sieg der Alliierten bedeutete nichts anderes als das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft und die Befreiung für die Zwangsarbeiter_innen, die Jüdinnen_Juden und die antifaschistischen Widerstandskämpfer_innen .

 

Angemeldete Gegenkundgebung: 16 Uhr I Rathaus Neukölln


Gegen Deutschland, seine Opfermythen & Nazis! Wir danken den Streitkräften der Anti-Hitler-Koalition, den antifaschistischen Partisan*innen und allen anderen Menschen, die unter Einsatz ihres Lebens aktiv gegen den Nationalsozialismus gekämpft haben!