11.09.: NPD-Kundgebung sabotieren + Antifa-Demo gegen Neonazistrukturen

Im August wurde bekannt, dass Neonazis aus dem Umfeld des Internetportals "NW-Berlin" in Lichtenberg seit einiger Zeit ein leer stehendes Ladengeschäft als Treffpunkt, Materiallager und Ausgangspunkt für Aktionen nutzen. Die Neonazis hatten das ehemalige Gardinengeschäft in der Lückstraße 58 konspirativ über einen Tarnverein mit dem Namen „Sozial engagiert in Berlin e.V.“ angemietet. Die Liste der Vereinsmitglieder liest sich indes wie ein "Who is Who" der Berliner Neonaziszene.Vereinsvorsitzender und eingetragener Mieter ist der Neuköllner Kreisvorsitzender der NPD Sebastian Thom. Thom ist wegen Gewalttaten einschlägig vorbestraft, so beteiligte er sich 2006 an einem brutalen Überfall auf einen Infostand der Linkspartei am U-Bahnhof Rudow, zuletzt attackierte er zusammen mit Julian Beyer Passant_innen,die die beiden verdächtigten NPD-Plakate abgerissen zu haben, mit Pfefferspray und Messern. Zu den Vereinsmitgliedern gehören weitere gewalttätige selbst ernannte "Autonome Nationalisten" aus Lichtenberg wie David Gudra, Christian Bentz und Sebastian Zehlecke. Trotz nächtlicher Bewachung wurden in der Nacht zum 1.09. einige engagierte Antifaschist_innen aktiv, sie zerschlugen die Schaufensterscheiben und besprühten die Fassade des Ladens großflächig mit Farbe. Der Vermieter hat den Neonazis inzwischen fristlos gekündigt, ob die neonazistischen Mieter_innen wirklich sofort ausziehen müssen oder ob wie in vergleichbaren Fällen ein langwieriger Rechtsstreit droht, ist noch unklar. Das Berliner Antifa-Bündnis "Nazis auf die Pelle rücken" will nicht so lange warten und ruft daher für den kommenden Sonntag zu einer Antifa-Demo gegen den "NW-Berlin"-Stützpunkt und Neonazistrukturen in Lichtenberg im Allgemeinem auf.

 

Außerdem kündigt der Berliner Landesverband der NPD ebenfalls für den 11.09. im Rahmen des Wahlkampfes zu den bevorstehenden Abgeordnetenhauswahlen unter dem Motto "Sicherheit durch Recht und Ordnung" eine Kundgebung in der Stadt an. Die angekündigten Redner zählen allesamt zur Führungsriege der NPD. Wie bei den letzten Veranstaltungen dieser Art, hält die Partei offenbar aus Angst vor Gegenprotesten sowohl Ort als auch Anfangszeit der Kundgebung bisher geheim. Eine angekündigte Kundgebung in Neukölln Mitte August sagte die Partei sang- und klanglos wieder ab. Es wird auch diesmal Gegenaktivitäten geben.

 

+++ Update II (Stand: 10.09.): Die Informationen verdichten sich,dass der Wahlkamfabschluss der NPD nicht wie ursprünglich angekündigt in Schöneweide stattfinden wird. Die mbr geht davon aus, dass sich die Nazis am dortigen S-Bahnhof nur treffen wollen, um gemeinsam zum Alexanderplatz zu fahren und dort ihre Kundgebung durchzuführen. Haltet die Augen offen und achtet auf aktuelle Ankündigungen! Infotelefon für morgen: 01578-5644192 +++

 

Erst NPD-Kundgebung sabotieren und dann alle zur Antifa-Demo in Lichtenberg:

 

NPD-Wahlkampfabschluss zum Desaster machen:
Antifaschistische Gegenkundgebung ab 11.00 Uhr am S-Bhf Schöneweide: www.abso-berlin.tk I www.antifa-berlin.info

Vortreffpunkt zur gemeinsamen Anreise: 10.30 Uhr I S Ostkreuz (Gleis Richtung Schönefeld) (Achtung! Berichten zur Folge findet die NPD-Kundgebung auf dem Alexanderplatz statt! >> s. Update oben) Infotelefon: 01578-5644192

 


Antifa-Demo "Weg mit dem NW Berlin - Stützpunkt":

11.09.11 I 18.00 Uhr I Ostkreuz (Aufruf I Plakatvorlage)

» Hintergrundinformationen bei Indymedia: I ,II » Aktuelle Infos unter www.antifa-berlin.info

 

Eine Woche später gibt es unter dem Motto "Nazis raus aus den Parlamenten! Keine Wahlparty der NPD in Köpenick!" eine antifaschistische Demonstration in Berlin-Köpenick. Aktuelle Infos dazu bekommt ihr beim Antifaschistischen Bündnis Süd-Ost Berlin.