Veranstaltungsreihe zum Tag der Befreiung Neuköllns

Dienstag, den 27. März 2012 um 11:19 Uhr

Etwa 500 Menschen beteiligten sich an der antifaschistischen Parade durch Neukölln. Einen Bericht dazu gibt es hier.

 

Die Befreiung Neuköllns

Am 24. April 1945 überschritten die Spitzen der Ersten Belorussischen Front der Roten Armee die Südgrenze Neuköllns, drängten die dort stationierten Wehrmachtsverbände zurück und rückten in den Norden Neuköllns vor. Daraufhin wurden die deutschen Truppen in Neukölln der SS unterstellt. Am 27. April erreichten die sowjetischen Truppen der 1. Gardepanzerarmee und der 8. Gardearmee unter dem Oberbefehl Marschall Schukows den Hermannplatz. Dort trafen die Einheiten der Roten Armee auf den bis zuletzt anhaltenden, erbitterten Widerstand zweier SS-Divisionen, die von Truppen des Volkssturms unterstützt wurden. Die letzte Gegenwehr der SS- und Volkssturmverbände in Neukölln konnte schließlich am 28. April 1945 gebrochen und die deutschen Truppen zum Rückzug in Richtung Stadtkern gedrängt werden. Damit konnte die Rote Armee nun auch von Neukölln aus ihren Vormarsch auf die Innenstadt Berlins fortsetzen.

 

Der Sieg der Roten Armee bedeutete das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft und die Befreiung für die Zwangsarbeiter_innen, die Jüdinnen_Juden und die antifaschistischen Widerstandskämpfer_innen in Neukölln. Der Sieg bedeutete das Ende von Verhältnissen, in denen allein in Neukölln über 100 Zwangsarbeiter_innenlager und –heime bestanden, in denen über 16.000 Zwangsarbeiter_innen inhaftiert waren, um in den Betrieben von AEG, Krupp und Reichsbahn zu arbeiten. Viele von ihnen erlebten die Befreiung jedoch nicht mehr. So wurden beispielsweise alle Häftlinge des Zwangsarbeitslagers in der Sonnenallee noch am 18. April in das Stammlager KZ Sachsenhausen transportiert und anschließend zu einem Todesmarsch ins KZ Ravensbrück gezwungen. Auch die absolute Mehrheit der Neuköllner Jüdinnen_Juden erlebte die Befreiung durch die Rote Armee nicht mehr. Die meisten von ihnen wurden während der Jahre 1942 und 1943 deportiert und ermordet. Nur wenigen gelang es, unterzutauchen und zu überleben. Schließlich bedeutete der Sieg der Roten Armee auch die Befreiung für die Widerstandskämpfer_innen der verschiedenen sozialdemokratischen und kommunistischen Gruppen, die trotz der Repression durch Gestapo und Polizei ihre Arbeit teilweise bis zum Mai 1945 fortgesetzt hatten.


Den kompletten Aufruf  gibt es hier.

 

Alle Termine im Überblick:

 

» Filmvorführung: "Ich war neunzehn" und Antifa-Tresen
12. April 2012 // 20:00h // Projektraum H48

 

» Infoveranstaltung: „Das vergessene KZ Columbia-Haus“
17. April 2012 // 19:00h // Laidak

 

» Fahrradfahrt zu Stätten nationalsozialistischer Zwangsarbeit in Neukölln
22. April 2012 // 15:00h // Tempelhofer Feld, Eingang Columbiadamm

 

» Infoveranstaltung: „Frauen im antifaschistischen Widerstand in Neukölln 1933-1945“
24. April 2012 // 19:00h // Tristeza

 

» Antifaschistische Streetparade
28. April 2012 // 17:30h // Hermannstraße Ecke Rollbergstraße, Nähe U-Bhf. Boddinstraße

 

Mehr Infos gibt es unter befreiungneukoelln.blogsport.de

   

Zeit zu handeln! Antifa-Demo in Berlin-Neukölln

Sonntag, den 04. März 2012 um 16:54 Uhr

Einen Bericht zum Tag gibt es bei Indymedia. Die passenden Bilder gibt es bei flickr: 1, 2, 3, 4. Mehr als 900 Menschen beteiligten sich an der antifaschistischen Demonstration durch den Süden von Neukölln. Nicht einmal 50 Nazis haben sich zu einem Aufmarsch in Mariendorf eingefunden, der aber aufgrund von massiven Protest nicht wie geplant durchgeführt werden konnte.


Obwohl viele gleichzeitig für die NPD aktiv sind, ist die Neuköllner Neonaziszene geprägt vom militanten Habitus der „Autnomen Nationalisten“. Angriffe auf Politische Gegner_innen, deren Einrichtungen und das was sie dafür halten gehört fest zum Repertoire der Rudower Kamerad_innen. Seit August 2009 kommt es auch im als alternativ geltenden Nordteil des Bezirkes vermehrt zu neonazistischen Anschlägen auf linke Projekte. Höhepunkte der Angriffswelle waren zwei Brandanschläge auf ein Jugendzentrum der „Falken“ im Juni und November letzten Jahres. Kein Wunder, verfügen doch nicht weniger Neuköllner Neonazis als Brandstifter über Erfahrung .Sie sind zudem eng vernetzt mit den Strukturen des „NW Berlin“ und beteiligen sich an dessen Aktionen, wie zuletzt beim Gedenken an den SA-Mann Horst Wessels. Auch auf vielen bundesweiten Naziaufmärschen sind Neonazis aus Südneukölln anzutreffen und übernehmen dabei nicht selten auch organisatorische Verantwortung. In Teilen der Rudower Bevölkerung ausgeprägte rassistische Einstellungen und ein von der Extremismusideologie beseeltes Bezirksamt tun ihr Übriges. Um diese Verhältnisse in den Blick zu rücken und ihnen antifaschistische Präsenz entgegen zu setzen, wird es im Rahmen einer antifaschistischen Kampagne auch eine Demo durch Südneukölln geben. Den ausführlichen Aufruf zur Demonstration gibt es bei "Zeit zu Handeln"

 

Antifaschistische Demonstration
13.04.12 | 17:30 Uhr | U-Bahnhof Lipschitzallee

 


Ein lesenswerter Überblicksartikel zur Demo ist bei Indymedia erschienen. Von einem schlechten Start in den Frühling für die Neuköllner Neonaziszene berichtet ein weiterer Artikel.

 

Keine “Homezone” für Nazis und Rassist_innen! Zeit für praktischen Antifaschismus!
Weitere Informationen unter: Zeit zu handeln! und Antifa Berlin.

   

Naziaufmarsch in Frankfurt/Oder blockieren

Samstag, den 10. März 2012 um 01:28 Uhr

Etwa 500 Menschen beteiligten sich am Protest gegen den Naziaufmarsch von etwa 120 Nazis in Frankfurt/Oder. Der Aufmarsch wurde schon nach 300 Metern erfolgreich blockiert und die Nazis wurden zur Umkehrs gezwungen. Bilder vom Tag gibt es bei flickr (1 | 2 | 3) und Demotix. Einen Bericht gibt es bei Inforiot.

 

Im Folgenden dokumentieren wir den Aufruf des Bündnis „Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)“:

 

Mit der Demonstration unter dem Motto “Raus aus der EU und Grenzen dicht!” versuchen die Neonazis, Ressentiments gegenüber Europa und vor allem gegenüber Polen aufzugreifen und Ängste zu schüren. Hinzu kommt, dass im Aufruf der Demonstration der Nationalsozialismus verherrlicht wird.


Rassistischen Vorurteilen muss ein deutliches Zeichen der Solidarität entgegengesetzt werden!

Als Redner für den Aufmarsch ist der führende NPD-Funktionär Udo Pastörs angekündigt. Mit der Demonstration kommt es zu einem Schulterschluss zwischen der rechten Partei und der militanten Kameradschaftsszene. Für die Demonstration mobilisiert insbesondere die neonazistische Kameradschaft “Freundeskreis Nordbrandenburg”. Diese ging aus der „Kameradschaft Märkisch-Oder-Barnim“ hervor, die sich 2010 angesichts des zivilgesellschaftlichen Drucks sowie der erfolgreichen Proteste und Blockaden des Bündnisses Brandenburg Nazifrei auflöste.


Frankfurt (Oder) weiterhin kein Ort für Neonazis!


Menschenverachtendes Gedankengut darf nicht auf die Straßen Frankfurts getragen werden. Wir stellen uns offensiv einer Ideologie entgegen, die Menschen als nicht gleichwertig erachtet. Wir akzeptieren nicht, dass Menschen als ethnisch, sexuell, religiös oder anderweitig als anders markiert, diskriminiert, ausgegrenzt und angegriffen werden.


Wir setzen den Neonazis eine demokratische und antifaschistische Kultur entgegen!

Das Bündnis „Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)“ besteht aus unterschiedlichen zivilgesellschaftlichen Akteur_innen der Städte Frankfurt (Oder) und Słubice und des Landes Brandenburg. Hier finden Bürger_innen sowie Kirchen, Gewerkschaften, Parteien, antifaschistische Initiativen und Vereine ihren Platz.


Gemeinsam werden wir am 24. März den Neonaziaufmarsch mit friedlichen Massenblockaden verhindern. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, sich dem Neonaziaufmarsch entgegenzustellen. Zahlreiche Beispiele der Vergangenheit zeigen, wie erfolgreich Menschen ein Zeichen gegen Rechts setzen können, indem sie gemeinsam Zivilen Ungehorsam leisten. Wir sehen uns in der Tradition von Städten wie Bernau, Strausberg, Neuruppin, Berlin, Warschau und Dresden. Auch an diesen Orten wurden rechte Aufmärsche durch das beherzte Engagement von Bürger_innen verhindert.

Gemeinsam können wir den Neonaziaufmarsch in Frankfurt (Oder) verhindern! Frankfurt (Oder) darf kein Ort für Nazis sein!

 

Infos: kein-ort-fuer-nazis.de

 

Info- und Mobilisierungsveranstaltung zu Gegenaktivitäten und mit Anreiseempfehlungen aus Berlin gibt es am 15. März ab 20 Uhr im Projektraum H48 Neukölln (Hermannstraße 48 - Nahe U-Bhf Boddinstraße) und am 20. März ab 19 Uhr in der Tristeza (Pannierstraße 5).

 

Schon eine Woche später wollen Nazis in Brandenburg/Havel aufmarschieren. Infos zu Gegenaktivitäten gibt es unter afn.blogsport.de.

   

Demo gegen Antiziganismus und Rassismus in Neukölln

Freitag, den 02. März 2012 um 18:07 Uhr

Rund 500 Menschen beteiligten sich an der Demo gegen gegen Antiziganismus und Rassismus in Berlin-Neukölln. Bilder von der Demo gibt es bei flickr: 1, 2. Wir dokumentieren im Folgenden den Aufruf des Bündnis.

 

Willkommen in Neukölln! Willkommen zu Hause!

Vor kurzem wurden in Berlin Neukölln und Treptow Flugblätter der rechtspopulistischen Partei Pro Deutschland verteilt, die zugewanderte Roma aus Rumänien und Bulgarien als „Ausbeuter des Sozialstaates“ darstellen. Diskriminierung dieser Art schürt genau den Hass, vor dem Roma aus ihren Heimatländern geflohen sind. Dort sind sie mit Ausgrenzung, Diskriminierung und dem faktischen Ausschluss aus Bildungs-, Versorgungs- und Gesundheitssystemen konfrontiert. Aus diesen Gründen sind in den letzten Jahren vermehrt Roma aus Südosteuropa nach Berlin migriert. Dabei nutzen sie ihr Recht auf Freizügigkeit, dass allen EU-Bürger_innen zusteht. In Berlin wollen sie sich eine gesicherte Existenz aufbauen, auch im ihren Kindern ein besseres Leben bieten zu können, als in den Heimatländern.


Die pauschale Ablehnung von Roma hat eine lange Geschichte und zieht bis heute in vielen Fällen Verfolgungen und Ausschluss aus der Gesellschaft nach sich – nicht nur in Rumänien oder Bulgarien, sondern auch in Deutschland. Für viele Roma gehören offene Anfeindungen zum Alltag. Immer wieder kommt es zu gewaltsamen Übergriffen auf Roma. Rechtspopulistische Parteien wie Pro Deutschland knüpfen nahtlos an dieses Gedankengut an und betreiben Hetze auf Kosten von Roma. Dies schürt genau den Hass, vor dem die Menschen aus ihren Heimatländern geflohen sind.Wir grenzen uns von stereotypen Zuweisungen ab und wünschen uns eine Stadt, in der wir solidarisch miteinander leben.


Gebt rechtem Gedankengut keine Chance!
Widersprecht Roma-feindlichen Äußerungen und Handlungen!
Für eine Stadt, in der sich alle zu Hause fühlen können.
Für eine Stadt ohne Rassismus und ohne Antiziganismus


Demo gegen Antiziganismus und Rassismus
3.März - 15:00 Uhr - Rathaus Neukölln

   

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